Parkettböden im Härtetest nach Brinell

Brinell Härte

Wenn Sie einen neuen Parkettboden verlegen wollen, dann sollten Sie mehr bedenken, als nur die reine Optik. Wichtig ist vor allen Dingen die Beanspruchung, die der Boden auszuhalten haben wird. Desto stärker das Parkett beansprucht wird, desto härter sollte das verwendete Holz sein. Gemessen wird dies mittels eines Verfahrens, das der schwedische Ingenieur Johan August Brinell entwickelte und erstmals 1900 auf der Pariser Weltausstellung vorstellte. Heute sind die Messungen der Brinell Härte genormt und werden sowohl für Metalle als auch Hölzer angewandt.

So kompliziert die mathematischen Formeln dem Laien erscheinen mögen, so einfach ist das Grundprinzip: Eine Kugel wird in das Werkstück gedrückt und die Tiefe des Eindrucks gibt Aufschluss über die Brinell Härte des Materials. Das macht natürlich nur Sinn, wenn einheitliche Verfahren benutzt werden, die wiederholbar sind. Üblicherweise benutzt man hierzu eine Kugel aus Wolframkarbid. Zur Messung der Brinell Härte von Holz verwendet man eine Kugel mit 10 mm Durchmesser, die 15 Sekunden lang mit einer bestimmten Kraft in das Werkstück gedrückt, dort 30 Sekunden belassen und schließlich binnen weiteren 15 Sekunden wieder entfernt wird. Der Durchmesser des Eindrucks wird in zwei Richtungen gemessen und in Relation zum Durchmesser der Kugel gesetzt. Hieraus ergibt sich der Wert der Brinell Härte.

Bei Holz ist die Brinell Härte in Faserrichtung gemessen höher als quer zur Faserrichtung. Da aber Parkettstäbe quer verbaut werden, wird in der Regel auch die Härte quer zur Faser gemessen. Vergleichen Sie es mit einer Papprolle: aufrecht stehend ist sie weitaus stabiler als quer liegend. Heimische Laubhölzer sind sehr viel härter als Nadelhölzer, weil die Faserzellen durch größere Markstrahlen gesteift werden. Tropenhölzer sind meist am härtesten, weil die Faserzellen sehr viel Lignin enthalten, das wie eine Betonstütze wirkt.

Das Ergebnis der Härtemessung in Brinell Härte wird in N/mm2 (Newton pro Quadratmillimeter) dargestellt. Weiche Hölzer erreichen dabei Werte bis 20, harte Hölzer ab 31 aufwärts. Erwartungsgemäß finden sich die meisten Nadelhölzer unter den weichen Sorten, aber auch ein Laubbaum wie die Linde. Mittelharte Hölzer sind etwa Birke und Ahorn und zu den harten Hölzern gehören Kirschbaum, Buche und Eiche. Spitzenwerte von über 80 erreichen Ebenholz und Pockholz.

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